Religionen Algeriens
Die Geschichte Algeriens spiegelt sich auch gut in der aktuellen religiösen Situation wider. Zunächst dominierte das Christentum bis die Araber einfielen und die Islamisierung energisch voran trieben. Heute ist der sunnitische Islam die offizielle Staatsreligion – schon das Vorhandensein einer solchen spricht Bände.
Laut Angaben der Behörden sollen rund 99% der Einwohner dieser Religion anhängen. Der Islam kann grob in zwei Richtungen unterteilt werden, den sunnitische und der schiitische Islam, wobei ersterer dominiert und deshalb auch als Mehrheitsströmung im Islam bezeichnet wird. Die sunnitische Richtung kann nochmals in unterschiedliche Rechtsschulen unterteilt werden: Hanafiten, Hanbaliten, Malikiten und Schafiiten.
Das Christentum, vor allem der Katholizismus wird eigentlich nur von Ausländern und wenigen Konvertiten praktiziert. Die islamische Heilsfront nahm eine wichtige Stellung im Bürgerkrieg ein, wurde allerdings Anfang der 1990er Jahre verboten. Bis heute streben Nachfolgeorganisationen einen rein islamischen Staat an. Als Reaktion auf die oft blutigen und gewalttätigen Übergriffe der islamischen Heilsfront konvertierten viele Menschen zum Christentum, allerdings entgegen der Erwartungen nicht zum Katholizismus, sondern zum Protestantismus.
Weniger als 0,1% der Bevölkerung ist Anhänger des jüdischen Glaubens, aber insgesamt haben kaum andere Religionen als der Islam eine Chance. Dies wurde auch verschärft, indem 2006 ein Gesetz erlassen wurde, das die Missionierung von Moslems unter der Androhung hoher Strafen verbietet.